Entstehungsmodelle

Die meisten ozeanischen Inseln entstehen durch Vulkanismus. Andere Entstehungsarten, wie Abspaltung vom Festland aufgrund einer sich verschiebenden Küstenlinie, kommen zwar ebenfalls vor, sind jedoch verhältnismäßig seltener. Der oftmals verwendete Terminus “Vulkaninseln“ ist missverständlich, da dieser Ausdruck mitunter eine Inselgruppe, die Japan zugehörig ist (Ogasawara Inseln), namentlich bezeichnet. Man spricht also eher von Inseln vulkanischen Ursprungs.



Die vulkanische Entstehung einer Insel kann mehrere Ursachen haben. Man geht hierbei von drei Entstehungsmodellen aus, die den Entstehungsmodellen von Vulkanen im Allgemeinen (sprich: auch jenen zu Lande) identisch sind. Immerzu spielt Plattentektonik hierbei eine entscheidende Rolle. Die Erdplatten (auch Krustenplatten genannt) befinden sich in einem steten Zustand von phasenweiser Wanderung. Phasenweise bedeutet, dass die Platten keineswegs permanent in Bewegung sind, wie man fälschlicherweise lange Zeit annahm. Phasen des Stillstands sind erwiesenermaßen ebenfalls gegeben.

Zwei Erdplatten können sich aufeinander zu bewegen. Hierbei wird sich eine Platte unter die andere schieben. Dieser Vorgang wird als Subduktion beschrieben. Bei der anderen Möglichkeit, dass sich zwei Erdplatten von einander weg bewegen, spricht man von divergierenden Platten. Auf den Bereich des Ozeans bezogen heißt dieser Vorgang Ozeanbodenspreizung. Unabhängig davon, ob nun ein Prozess der Subduktion oder der Ozeanbodenspreizung vorliegt, ist in diesen Grenzbereichen zwischen den Platten eine stete vulkanische Aktivität gegeben.

Magma steigt in diesen Abschnitten an die Erdoberfläche und wird durch das Meerwasser gekühlt. Der Meeresboden befindet sich dort somit in anhaltendem Wandel. Die Vorgänge der Subduktion und der Ozeanbodenspreizung führen in ihrer Wechselwirkung dazu, dass der Meeresboden insgesamt stetig erneuert wird. Es wird angenommen, dass es keinen Meeresboden gibt, der wesentlich älter als 200 Millionen Jahre ist.

Lavaboden